Darum geht’s
- Am Broad Peak in Pakistan ist eine internationale Expedition mit zehn Bergsteigerinnen und Bergsteigern von einer Lawine erfasst worden. Das Ausmass des Unglücks ist noch unklar.
- Die Vermissten werden von Nirmal «Nims Dai» Purja angeführt, der 2019 mit der Besteigung aller 14 Achttausender in gut sechs Monaten weltbekannt wurde.
- Die Such- und Rettungsaktion läuft. Berichte über vier gefundene Leichen sind bisher nicht offiziell bestätigt.
Eine Lawine hat am Donnerstag am 8047 Meter hohen Broad Peak im pakistanisch verwalteten Gilgit-Baltistan eine internationale Expedition erfasst. Expeditionschef Nirmal «Nims Dai» Purja ist ein Star der Bergsteiger-Szene.
Weltweit bekannt wurde der Nepalese 2019, als er alle 14 Achttausender in nur gut sechs Monaten bestieg – ein bis heute legendärer Rekord.
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte “Swisscom Werbung bei Dritten”, um diesen Inhalt anzuzeigen.
Zusätzliche Bekanntheit erlangte er durch die Netflix-Dokumentation «14 Peaks: Nothing Is Impossible», die seine aussergewöhnliche Leistung begleitet.
Die Such- und Rettungsarbeiten laufen derzeit. Zur Expedition gehören neben Purja der pakistanische Bergsteiger Sohail Sakhi, eine US-amerikanische Bergsteigerin, ein chinesischer Alpinist, ein Bergsteiger aus Oman sowie fünf weitere Nepalesen. Die «BBC» berichtet, dass bereits vier Leichen gefunden worden seien. Eine offizielle Identifizierung der Toten liegt bislang jedoch nicht vor.
Auf X kursieren zahlreiche Spekulationen über das Schicksal von Expeditionschef Nirmal «Nims Dai» Purja. Bestätigt ist bislang lediglich, dass nach Angaben lokaler Behörden drei GPS-Tracker der vermissten Bergsteiger in Höhen zwischen rund 6000 und 7000 Metern geortet wurden, berichtet «BBC» Urdu.
Ob die Geräte Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort oder den Zustand der Verunfallten zulassen, ist derzeit unklar.
Die Lage ist chaotisch
Das nepalesische Tourismusdepartement koordiniert die Rettungsarbeiten mit der Botschaft in Islamabad und den pakistanischen Behörden. Die sechs nepalesischen Expeditionsteilnehmer gelten offiziell weiterhin als vermisst. Mehrere nepalesische Expeditionsfirmen und Sherpas bereiten sich darauf vor, die Suche vor Ort zu unterstützen. Trotz Berichten über mögliche Todesopfer hoffen die Behörden weiterhin auf Überlebende, die Lage bleibt jedoch unübersichtlich.
«Nims Dai»: «Jeder Fehler in den Bergen, kann den Tod bedeuten»
Nirmal «Nims Dai» Purja gehört zu den erfolgreichsten Höhenbergsteigern der Welt. Der in Nepal geborene Alpinist diente zunächst sechs Jahre in den Gurkha-Regimentern der britischen Armee und anschliessend zehn Jahre bei der britischen Elite-Spezialeinheit Special Boat Service (SBS). Erst 2012 entdeckte er seine Leidenschaft für das Bergsteigen.
International bekannt wurde Purja 2019 mit seinem Projekt «Project Possible»: Er bestieg alle 14 Achttausender in nur 189 Tagen – ein Weltrekord. Zudem stellte er zahlreiche weitere Bestmarken auf, darunter die schnellste Besteigung von Everest, Lhotse und Makalu sowie mehrere Rekorde ohne zusätzlichen Sauerstoff. 2021 gehörte er zum nepalesischen Team, das erstmals den K2 im Winter bezwang.
Neben seinen sportlichen Erfolgen machte sich Purja auch durch mehrere spektakuläre Rettungsaktionen in extremer Höhe einen Namen. Für seine Leistungen wurde er unter anderem mit dem britischen MBE-Orden ausgezeichnet. Heute führt er mit «Nimsdai» ein Unternehmen für exklusive Hochgebirgsexpeditionen und veröffentlichte mit «Beyond Possible» seine Autobiografie.
Trotz seiner zahlreichen Rekorde ist sich Purja der Risiken bewusst: «Jeder Fehler, den ich in den Bergen mache, kann den Tod bedeuten», sagt der 43-Jährige in seiner Biografie. Die Geschichte des Alpinismus zeigt, dass selbst die grössten Namen vor dieser Gefahr nicht gefeit sind.
Hier sind einige der bekanntesten Bergsportlerinnen und Bergsportler sowie Alpinistinnen und Alpinisten, die bei ihrer Leidenschaft ihr Leben verloren.
Laura Dahlmeier verunglückt 2025 am Laila Peak
Die frühere deutsche Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier ist bei einem Bergunfall in Pakistan ums Leben gekommen.
Ende Juli 2025 verlor die frühere deutsche Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier bei einem Bergunfall in Pakistan ihr Leben. Die 31-Jährige wurde am 28. Juli während des Abstiegs vom Laila Peak im Karakorum-Gebirge auf rund 5700 Metern Höhe von einem Steinschlag erfasst. Ihre Seilpartnerin Marina Krauss berichtete später, Dahlmeier sei von einem grossen Felsbrocken getroffen und gegen eine Felswand geschleudert worden. Danach habe sie sich nicht mehr bewegt. Eine Rettung war aufgrund der schwierigen Bedingungen nicht mehr möglich.
Ihrem ausdrücklichen Wunsch entsprechend wurde ihr Leichnam nicht geborgen und bleibt am Berg. Dahlmeier hatte verfügt, dass niemand für ihre Bergung sein Leben riskieren solle.
David Lama stirbt 2019 in einer Lawine
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte “Swisscom Werbung bei Dritten”, um diesen Inhalt anzuzeigen.
David Lama galt als Kletter-Wunderkind, Hansjörg Auer als Pionier des Freikletterns. Beide zählten zu den herausragenden Alpinisten Österreichs. Lama machte sich später mit spektakulären Erstbegehungen und Expeditionen im Himalaja und in Patagonien einen Namen, während Auer 2007 mit seiner seilfreien Begehung der Marmolada-Route «Weg durch den Fisch» weltbekannt wurde.
Am 16. April 2019 kamen die beiden Tiroler im Alter von 28 beziehungsweise 35 Jahren gemeinsam mit dem US-Alpinisten Jess Roskelley bei einer Lawine am Howse Peak im kanadischen Banff-Nationalpark ums Leben. Kurz zuvor hatten sie dort die anspruchsvolle Route «M16» erfolgreich durchstiegen.
Ueli Steck stirbt 2017 bei einem Absturz
Ueli Steck galt als einer der besten Alpinisten seiner Generation. Der Berner, bekannt als «Swiss Machine», machte mit spektakulären Speed-Begehungen an Eiger, Matterhorn und Grandes Jorasses sowie schwierigen Solo-Touren im Himalaja international auf sich aufmerksam. Zweimal wurde er mit dem renommierten Piolet d’Or ausgezeichnet und verzichtete bei seinen Achttausender-Besteigungen konsequent auf zusätzlichen Sauerstoff.
2017 verunglückte der 40-Jährige während einer Akklimatisationstour am Nuptse im Everest-Gebiet tödlich. Er bereitete sich damals auf eine bis dahin noch nie geglückte Überschreitung von Everest und Lhotse vor. Trotz seiner aussergewöhnlichen Leistungen betonte Steck stets, dass er die Risiken des Bergsteigens bewusst in Kauf nehme.
Norbert Joos bei Gästetour am Piz Bernina 2016 abgestürzt
Am 10. Juli 2016 kam der 65-Jährige am Piz Bernina ums Leben. Joos hatte zwei Gäste aus Italien auf den höchsten Gipfel der Ostalpen geführt. Beim Abstieg über den Spallagrat verlor ein Mitglied der Dreierseilschaft auf rund 3900 Metern Höhe den Halt und riss die beiden anderen rund 160 Meter in die Tiefe. Joos erlitt tödliche Verletzungen, seine beiden Gäste überlebten den Absturz schwer verletzt.
Mit seinem Tod verlor die Schweizer Alpinistenszene einen ihrer erfahrensten Höhenbergsteiger und Bergführer. Joos galt als Verfechter des alpinen Stils und verzichtete bei all seinen Achttausender-Besteigungen konsequent auf zusätzlichen Sauerstoff. Über Jahrzehnte gehörte er zu den prägenden Figuren des Schweizer Höhenbergsteigens und führte als Bergführer zahlreiche Alpinistinnen und Alpinisten sicher durch die Alpen und den Himalaja.
Erhard Loretan verunfallt 2011 an seinem Geburtstag im Oberwallis
1995 schrieb Erhard Loretan Alpingeschichte: Der Freiburger war der dritte Mensch überhaupt, der alle 14 Achttausender bestieg – und der zweite nach Reinhold Messner ohne zusätzlichen Sauerstoff. Der Bergführer galt als Verfechter des schnellen und leichten Alpinstils.
Am 28. April 2011 kam er an seinem 52. Geburtstag am Grünhorn im Oberwallis bei einem rund 200 Meter tiefen Absturz ums Leben. Seine Begleiterin wurde schwer verletzt.
Alex Lowe kommt in Tibet 1999 bei einer Lawine ums Leben
Der US-Amerikaner Alex Lowe machte sich mit spektakulären Erstbegehungen, Expeditionen und seiner aussergewöhnlichen Ausdauer weltweit einen Namen. Zweimal stand er auf dem Mount Everest und war für seine waghalsigen Routen bekannt.
Am 5. Oktober 1999 kam Lowe im Alter von 40 Jahren am Shishapangma in Tibet bei einem Lawinenunglück ums Leben. Er wollte als erster US-Amerikaner vom Achttausender auf Skiern abfahren, als eine Lawine ihn und Kameramann David Bridges erfasste. Ihr Begleiter Conrad Anker überlebte.
Erst mehr als 16 Jahre später wurden die Leichen von Lowe und Bridges von den Alpinisten Ueli Steck und David Göttler in einem teilweise geschmolzenen Gletscher entdeckt. Der Dok «Torn» handelt von seinem Leben.
Alison Hargreaves gerät 1995 am K2 in Sturm
Die Britin Alison Hargreaves schrieb 1993 Geschichte, als sie als erste Frau alle sechs grossen Nordwände der Alpen in einer Sommersaison solo durchstieg. Zwei Jahre später gelang ihr als erster Frau die Solo-Besteigung des Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff.
Nur drei Monate später folgte der nächste Meilenstein: Hargreaves erreichte auch den Gipfel des K2. Beim Abstieg geriet die 33-jährige Mutter zweier Kinder am 13. August 1995 jedoch in einen heftigen Sturm und kam ums Leben. Ihr Tod löste damals eine Debatte über die Risiken des Höhenbergsteigens und die Vereinbarkeit von Extremsport und Familie aus.
Wanda Rutkiewicz ist 1992 in Asien verunglückt und gilt als verschollen
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte “Swisscom Werbung bei Dritten”, um diesen Inhalt anzuzeigen.
Mit ihren Expeditionen setzte Wanda Rutkiewicz neue Massstäbe im Frauenalpinismus. Die Polin bestieg 1978 als erste Europäerin den Mount Everest und 1986 als erste Frau den K2. Insgesamt erreichte sie acht Achttausender.
Am 12. Mai 1992 wurde Rutkiewicz bei ihrem dritten Versuch am Kangchendzönga auf rund 8300 Metern Höhe zum letzten Mal lebend gesehen. Die damals 49-Jährige verschwand beim Gipfelversuch spurlos und gilt seither als vermisst. Ihr Schicksal konnte bis heute nicht geklärt werden. Die TV-Doku «The Last Expedition» über Wanda Rutkiewicz gibt es auf Play Suisse zu sehen.
George Mallory stirbt 1924 beim beim Versuch, den höchsten Berg der Welt zu besteigen
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte “Swisscom Werbung bei Dritten”, um diesen Inhalt anzuzeigen.
Mit seinem Everest-Versuch wurde George Mallory zur Legende des Alpinismus. 1924 brach der Brite gemeinsam mit Andrew Irvine zum Gipfel auf. Bis heute ist ungeklärt, ob die beiden den Mount Everest vor Edmund Hillary und Tenzing Norgay bestiegen.
Am 8. Juni 1924 wurden George Mallory und Andrew Irvine auf rund 8500 Metern Höhe zum letzten Mal lebend gesehen. Die beiden verschwanden beim Gipfelversuch am Mount Everest im Nebel und kehrten nie zurück. Bis heute ist ungeklärt, ob sie den höchsten Berg der Welt noch vor Edmund Hillary und Tenzing Norgay bestiegen. Zwar wurde Mallorys Leiche 1999 gefunden und 2024 ein Stiefel von Irvine entdeckt, doch die bis heute verschollene Kamera könnte die entscheidende Antwort liefern.
Rekordandrang auf den Everest hat Folgen: Müll, so weit das Auge reicht: Neue Bilder vom Everest sorgen für Entsetzen
Der höchste Berg der Welt versinkt im Abfall: Ein aktuelle Video aus dem letzten Lager vor dem Gipfel des Everest zeigt Müllberge auf fast 8000 Metern Höhe. Gleichzeitig erlebt der Everest einen nie dagewesenen Ansturm von Bergsteigern.
#Adessonews seleziona nella rete articoli di particolare interesse.
Se vuoi leggere l’articolo completo clicca sul seguente link







