Social Media wird zur Bürger-Hotline
Zohran Mamdani ist seit circa acht Monaten Bürgermeister von New York.
AP Pool The New York Times
Darum geht’s
- Seit rund acht Monaten ist Zohran Mamdani Bürgermeister von New York – und so beliebt wie noch nie.
- Aktuell geht er auf Social Media viral, weil er die Anliegen von New Yorker*innen in Rekordzeit umsetzt.
- Beispielsweise lässt er Trinkbrunnen wieder aufleben, flickt Schlaglöcher in den Böden und hilft sogar einem Social-Media-Nutzer ein Date zu finden.
- Nicht nur die New Yorker*innen lieben ihn deswegen, andere Amerikaner*innen zeigen sich neidisch.
Seit dem 1. Januar ist der demokratische Sozialist Zohran Mamdani Bürgermeister der grössten Stadt der USA, New York City – und die 8,5 Millionen Bürger*innen scheinen ihn zu mögen.
Laut einer im Juli 2026 veröffentlichten Umfrage der Siena University bewerten 58 Prozent der New Yorker*innen Mamdani positiv. 26 Prozent äussern sich negativ über ihn. Damit erzielt der progressive Demokrat deutlich bessere Werte als die Demokratische Partei insgesamt.
Der 34-Jährige ist wohl auch deshalb so beliebt, weil er ein Gespür für die Anliegen junger Menschen hat – und ihnen offenbar zuhört. Denn in den vergangenen Wochen griff er immer wieder Probleme auf, die New Yorker*innen auf Social Media schilderten. Und löste die Anliegen auch direkt.
Von Date organisieren bis Schlaglöcher reparieren
Ein Nutzer fragte Mamdani auf Social Media, ob die kostenlosen Trinkwasserfontänen im Prospect Park wegen der grossen Hitze wieder in Betrieb genommen werden könnten. Die Stadt habe sie zuvor entfernt. Mamdani zögerte nicht lange: Kurze Zeit später waren die Trinkbrunnen wieder in Betrieb.
Eine weitere Nutzerin veröffentlichte ein Video, in dem sie sagte: «Mamdani, wir lieben dich, aber du musst etwas machen: Wir brauchen dringend Klimaanlagen in den Bahnhöfen. Es ist verrückt, ich sehe schrecklich aus.» Wenig später wurden an einigen U-Bahnstationen in der Stadt Ventilatoren installiert.
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Auch das Abfallproblem nahm Mamdani in Angriff. In einem Video prangerte ein Nutzer überquellende Abfalleimer auf New Yorks Strassen an: «Es ist eklig, und überall hat es Ratten.» Als Vorbild verwies er auf die in Europa üblichen Mülleimern.
Mamdani griff die Kritik auf und will das bereits im Stadtteil West Harlem getestete System auf die ganze Stadt ausweiten. Bis Ende 2031 soll der Hausmüll in allen 59 Stadtbezirken nicht mehr in Säcken auf dem Trottoir landen, sondern in geschlossenen Tonnen und grossen, fest installierten «Empire Bins».
Die abschliessbaren Container sind vor allem für grössere Wohnhäuser vorgesehen. In einem Teil Brooklyns beginnt die Umstellung bereits im Herbst 2026. Sechs weitere Gemeindebezirke sollen bis Ende 2027 vollständig umgestellt werden.
Ein weiterer Tiktok-Nutzer filmte zwei grosse Löcher in der Strasse seiner Nachbarschaft und richtete sich direkt an Mamdani: «Bro, wir brauchen deine Hilfe. Die Löcher müssen dringend geflickt werden.» Als er am Abend von der Arbeit nach Hause kam, waren sie repariert.
Mamdani erklärte bei seiner Wahl die Schlagloch-Reparaturen zu einer Priorität seiner Regierung. Nach den ersten 100 Tagen meldete sie mehr als 100’000 ausgebesserte Schlaglöcher, bis Ende Juni sollen es laut Mamdani rund 175’000 gewesen sein.
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Dann war da noch das Dating-Problem: Ein Nutzer postete ein Social-Media-Video von den Treppen vor dem Brooklyn Museum und erzählt, dass er hier gerne mit einem Date sitzen würde, jedoch keine Menschen kennenlernt. Er bat Mamdani daraufhin scherzhaft um Hilfe, ein Date zu finden. Mamdani reagierte prompt: «I got you» («Ich kümmere mich darum»), kommentierte er unter dem Video.
Kurz darauf veröffentlichte er einen Beitrag auf Instagram mit Orten und Aktivitäten in New York, an denen sich neue Menschen kennenlernen lassen. Die Tipps ordnete er zudem nach verschiedenen Stadtteilen.
Die Videos von Mamdanis Aktionen haben tausende Aufrufe und Likes und kommen nicht nur bei den New Yorker*innen gut an, sondern auch bei anderen Amerikaner*innen.
Auch bei Nicht-New-Yorkern ist Mamdani beliebt
So veröffentlichte ein Nutzer ein scherzhaftes Video, das zeigt, wie es ist, mit Freunden in New York zu telefonieren. Sein Kumpel will gerade etwas zu Essen bestellen, als ihm mitgeteilt wird, dass die dafür benötigte Maschine kaputt ist. Am Telefon ist schliesslich zu hören, wie Mamdani vorbeikommt und das Gerät kurzerhand selbst repariert.
Ein weiterer Social-Media-User kritisiert in einem Video die angeblich mangelnde Realitätsnähe des neuen Spider-Man-Films, der in New York spielt, denn Mamdani würde seiner Meinung nach niemals zulassen, dass seiner Stadt nur ein Haar gekrümmt wird.
Ein weiterer Nutzer bittet Mamdani, doch durch die USA zu touren und überall für kurze Zeit das Bürgermeisteramt zu übernehmen, damit alle von seiner Arbeit profitieren könnten, oder, wie er es nennt, von «Sunshine and Rainbows» («Sonnenschein und Regenbogen»).
Zohran Mamdani zeigt damit, wie wichtig soziale Medien heute sein können: Er hört sich die Probleme der Menschen an und packt sie offenbar auch direkt an. Vielleicht wird er gerade deshalb immer beliebter.
New York City: Zohran Mamdani als Bürgermeister vereidigt
Zum ersten Mal ist ein in Afrika geborener Einwanderer muslimischen Glaubens Bürgermeister der grössten Stadt in den USA.
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