Darum geht’s

  • Vor 25 Jahren kam «Harry Potter und der Stein der Weisen» ins Kino und machte seine jungen Darsteller*innen praktisch über Nacht weltberühmt.
  • Was wurde aus den «Harry Potter»-Stars? Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint und Co. gingen ganz unterschiedliche Wege – manche kehrten der Schauspielerei ganz den Rücken, andere kommen nicht von «Harry Potter» los.
  • Zum Jubiläum läuft «Harry Potter und der Stein der Weisen» am 28. August nochmals in allen blue Cinemas auf der grossen Leinwand.
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Als J.K. Rowling 1997 den ersten «Harry Potter»-Band veröffentlichte, war kaum abzusehen, was daraus entstehen würde. Die sieben Bücher wurden inzwischen in mehr als 80 Sprachen übersetzt und weltweit über 600 Millionen Mal verkauft. Aus der Geschichte eines Zauberlehrlings wurde ein globales Phänomen – mit Mitternachtsverkäufen, Fanforen, Merchandising und Millionen Menschen, die bis heute ziemlich genau wissen, ob sie nach Gryffindor, Slytherin, Hufflepuff oder Ravenclaw gehören.

2001 erreichte der Hype mit «Harry Potter und der Stein der Weisen» die Kinoleinwand. Die insgesamt acht Filme spielten weltweit mehr als 7,7 Milliarden Dollar ein und machten ihre jungen Hauptdarstellerinnen und Hauptdarsteller praktisch über Nacht weltberühmt. Harry, Hermine und Ron wurden vor den Augen des Publikums erwachsen und eine ganze Generation von Fans mit ihnen.

Doch was wurde aus den Stars, deren Gesichter für Millionen Menschen bis heute untrennbar mit Hogwarts verbunden sind?

Daniel Radcliffe – Harry Potter

2001: Mit gerade einmal elf Jahren wird Daniel Radcliffe als Harry Potter weltberühmt. Acht Filme lang wächst er als Junge mit Blitznarbe und runder Brille vor den Augen eines Millionenpublikums auf.

Bild: AP WARNER BROS

Mit gerade einmal elf Jahren wurde Daniel Radcliffe als Harry Potter weltberühmt. Zehn Jahre und acht Filme später kannte ihn die ganze Welt als den Jungen mit Blitznarbe und runder Brille, und genau dieses Image musste er als erwachsener Schauspieler erst einmal loswerden.

Schon während der Potter-Zeit sorgte er deshalb mit «Equus» für Aufsehen: Als psychisch verstörter Stallbursche stand der damals 17-Jährige teilweise nackt auf der Theaterbühne. Später folgten bewusst eigenwillige Rollen und viel Theater. 2024 erlebte er einen besonderen Karrierehöhepunkt: Für «Merrily We Roll Along» gewann er seinen ersten Tony Award.

Doch der frühe Ruhm hinterliess auch persönlich Spuren. Radcliffe sprach offen über seinen problematischen Alkoholkonsum und lebt seit Jahren abstinent. Später rauchte er stark und lebte nach eigener Aussage zeitweise praktisch von «Kaffee und Zigaretten». Auch damit hat er aufgehört. Heute verlagert er seine, wie er selbst sagt, «suchtanfällige Persönlichkeit» lieber aufs Fitnessstudio.

Inzwischen ist Radcliffe Vater. Gemeinsam mit seiner Partnerin Erin Darke hält er seinen Sohn bewusst aus der Öffentlichkeit heraus. Weder verraten die beiden seinen Namen noch zeigen sie Fotos von ihm.

Emma Watson – Hermine Granger

2001: Mit elf Jahren steht Emma Watson, bei der Weltpremiere von «Harry Potter und der Stein der Weisen» in London, zum ersten Mal auf dem Roten Teppich. Sie hatte sich im Casting zur Hermine Granger gegen 4000 Bewerberinnen durchgesetzt.

Bild: EPA

Dass Emma Watson der Ruhm nicht immer leichtfiel, zeigte sich bereits während der Potter-Jahre: Nach dem vierten Film dachte Watson sogar darüber nach, die Reihe zu verlassen. Letztlich blieb sie aus Verbundenheit zu Hermine – sie liebe die Figur zu sehr, erklärte Watson damals. Später folgten grosse Produktionen wie das Fantasy-Musical «Die Schöne und das Biest» und das Historiendrama «Little Women».

Seit 2019 hat Watson jedoch keine Filmrolle mehr übernommen. 2023 erklärte sie in einem Interview mit der «Financial Times» ihren Rückzug: Sie sei als Schauspielerin «nicht sehr glücklich» gewesen und habe sich «ein bisschen eingesperrt» gefühlt.

Besonders schwer fiel ihr, als Gesicht eines Films dessen Inhalte und kreative Entscheidungen öffentlich vertreten zu müssen, obwohl sie diese als Schauspielerin selbst kaum mitgestalten konnte. Watson studierte später in Oxford Creative Writing und widmet sich heute ihren eigenen Projekten.

Irgendwie passend: In Harry Potter verkörperte sie die grösste Streberin in Hogwarts, nun hat sie sich auch privat für die Bücher entschieden.

Rupert Grint – Ron Weasley

2001: Mit zwölf Jahren steht Rupert Grint zum ersten Mal als Ron Weasley vor der Kamera. Wie ähnlich sich Schauspieler und Figur sind, zeigt später eine Anekdote: Als Regisseur Alfonso Cuarón einen Aufsatz über die eigene Figur verlangt, gibt Grint keinen ab – Ron hätte ihn schliesslich auch nicht geschrieben.

Bild: www.imago-images.de

Rupert Grint war gerade einmal zwölf, als Ron Weasley ihn weltberühmt machte. Während sich Ron immer tiefer in die Herzen der Fans spielte, wurde der enorme Ruhm für den schüchternen Jungen zunehmend zur Belastung. «Es wurde ein bisschen erdrückend», sagt Grint 2011 dem «Guardian». Zeitweise verkleidete er sich sogar, um unerkannt auf die Strasse gehen zu können.

Über die zehn Potter-Jahre wuchs Grint so stark mit seiner Figur zusammen, dass irgendwann selbst für ihn die Grenzen verschwammen. «Ich wusste zeitweise nicht mehr, ob ich Rupert oder Ron war», erzählt er später. Er habe zeitweise den Unterschied zu seiner eigenen Persönlichkeit vergessen und das Gefühl gehabt, nur noch Ron spielen zu können.

Beruflich suchte er danach den Kontrast: Mit der Mystery-Horrorserie «Servant», dem Thriller «Knock at the Cabin» und aktuell dem Horrorfilm «Nightborn» zog es ihn auffallend oft zu düsteren Stoffen.

Ganz loslassen wird ihn Ron wohl trotzdem nie und mittlerweile ist das für Grint in Ordnung. Als Alastair Stout für die neue «Harry Potter»-Serie als Ron besetzt wurde, schrieb ihm Grint einen persönlichen Brief, um symbolisch den «Staffelstab weiterzugeben» und seinem Nachfolger genauso viel Freude mit der Rolle zu wünschen, wie er selbst erlebt hatte.

Privat ist Grint in England geblieben. Mit seiner langjährigen Partnerin Georgia Groome hat er inzwischen zwei Töchtern.

Tom Felton – Draco Malfoy

2001: Mit 13 Jahren übernimmt Tom Felton die Rolle des Bösewichts Draco Malfoy in «Harry Potter und der Stein der Weisen». Mit platinblonden Haaren und überheblichem Grinsen wird er zu Harrys wohl bekanntestem Rivalen in Hogwarts.

Bild: imago stock&people

Mit platinblonden Haaren und überheblichem Grinsen wurde Tom Felton als Draco Malfoy zu einem der bekanntesten Gesichter aus «Harry Potter». Nach Hogwarts wollte er beweisen, dass er auch ohne Zauberstab und Malfoy-Name als Schauspieler bestehen kann.

Er spielte etwa in «Planet der Affen: Prevolution» und «The Flash», doch ein zweiter grosser Durchbruch blieb aus. Felton beschrieb seine Karriere nach Hogwarts später selbst als «slow but steady» – also “langsam, aber stetig”.

Seine «Harry Potter»-Vergangenheit wollte Felton trotzdem nie komplett abschütteln. Im Gegenteil: Er sprach immer wieder gerne über seine Zeit in Hogwarts und veröffentlichte mit «Beyond the Wand» sogar ein Buch über sein Leben als Kinderstar und die Jahre danach. 2025 ging er noch einen Schritt weiter und kehrte erstmals seit den Filmen selbst als Draco Malfoy zurück.

Am Broadway steht Felton in «Harry Potter and the Cursed Child» wieder als Draco auf der Bühne. Die Geschichte spielt 19 Jahre nach Hogwarts: Draco ist inzwischen erwachsen und selbst Vater eines Hogwarts-Schülers. Besonders passend: Felton ist bei seiner Rückkehr ungefähr so alt wie seine Figur. Die erneute Begegnung mit Draco bezeichnete er als emotional, sie habe ihm eine neue Beziehung zur magischen Welt eröffnet.

Ausgerechnet der ewige Potter-Bösewicht ist damit derjenige, der Hogwarts vielleicht am wenigsten hinter sich lassen will.

Robert Pattinson – Cedric Diggory

2005: Mit 19 Jahren spielt Robert Pattinson Cedric Diggory in «Harry Potter und der Feuerkelch». Es ist seine erste grosse Filmrolle und sein einziger Auftritt als Hogwarts-Schüler.

Bild: www.imago-images.de

Bevor Robert Pattinson als Vampir in der «Twilight»-Reihe Millionen Teenagerherzen höherschlagen liess und später als Batman durch Gotham zog, war er Cedric Diggory in «Harry Potter und der Feuerkelch» (2005). Nur drei Jahre später machte ihn «Twilight» endgültig zum Weltstar – mit dem Image als Teenie-Schwarm konnte Pattinson allerdings wenig anfangen. Über Edward Cullen und die Vampir-Saga äusserte er sich immer wieder erstaunlich spöttisch.

Nach «Twilight» schlug er bewusst andere Wege ein. Statt den nächsten Blockbuster zu suchen, drehte er mit renommierten Regisseuren kleinere, anspruchsvollere Filme. Für den Thriller «Good Time» ging Pattinson sogar selbst auf die Regiebrüder Josh und Benny Safdie zu: Ein einziges Bild der Hauptdarstellerin Arielle Holmes aus ihrem Drogendrama «Heaven Knows What» hatte ihn so fasziniert, dass er ihnen eine Mail schrieb – den Film selbst hatte er damals noch gar nicht gesehen.

Eine kalkulierte Imagekorrektur sei das jedoch nicht gewesen. Pattinson erklärte später, dass ihn vor allem interessante Regisseure, Figuren und Projekte reizten. So wurde aus dem Herzensbrecher beinahe nebenbei ein gefeierter Arthouse-Star, mit Filmen wie dem Science-Fiction-Drama «High Life» oder dem Psychodrama «The Lighthouse».

2022 führte ihn dieser Weg zurück ins ganz grosse Kino: Pattinson wurde Batman. Heute wechselt er scheinbar mühelos zwischen ungewöhnlichen Stoffen und Blockbustern. 2026 ist er gleich zweimal an der Seite von Zendaya zu sehen – in «The Drama» und Christopher Nolans «The Odyssey».

Kaum ein Schauspieler aus Hogwarts hat sich so weit von seiner ersten Rolle entfernt – heute denkt bei Robert Pattinson kaum noch jemand zuerst an Cedric Diggory.

Matthew Lewis – Neville Longbottom

2001: Mit elf Jahren ist Matthew Lewis erstmals als Neville Longbottom in «Harry Potter und der Stein der Weisen» zu sehen. Der tollpatschige und unsichere Gryffindor wird schnell zu einem Fan-Liebling.

Bild: www.imago-images.de

Als tollpatschiger Neville Longbottom wurde Matthew Lewis jahrelang belächelt. Was viele Fans damals nicht wussten: Ein Teil von Nevilles unbeholfenem Aussehen war künstlich: Lewis trug falsche Zähne, Prothesen für abstehende Ohren und später sogar einen Fettanzug. Als er während der Filmreihe wuchs und schlanker wurde, fürchtete er zeitweise, als Neville ersetzt zu werden. Stattdessen kaschierten die Filmemacher seine körperliche Veränderung weiter unter Kostüm und Prothesen.

Nach zehn Jahren Hogwarts stellte sich für Lewis eine andere Frage: Würde ihn überhaupt jemand als etwas anderes als Neville sehen? Um sich als Schauspieler neu zu beweisen, zog es ihn unter anderem ans Theater. Doch dann sorgte ausgerechnet sein Aussehen für den grössten Imagewechsel: 2015 posierte Lewis durchtrainiert und teilweise leicht bekleidet für das britische «Attitude»-Magazin. Die Bilder verbreiteten sich rasant im Netz und plötzlich sprach alle Welt über seine Verwandlung. Der Rummel wurde Lewis zu viel: Nach eigener Aussage schaltete er sein Handy für drei Tage aus.

Auf den Überraschungseffekt allein wollte er sich aber nicht verlassen. Lewis blieb der Schauspielerei treu und übernahm Rollen in Theater, Fernsehen und Film, darunter im Liebesdrama «Ein ganzes halbes Jahr».

Neville Longbottom hat ihn berühmt gemacht. Doch ausgerechnet die enorme Veränderung des Jungen hinter der Rolle sorgte Jahre später noch einmal für Schlagzeilen.

Evanna Lynch – Luna Lovegood

2007: Mit 15 Jahren gibt Evanna Lynch als Luna Lovegood in «Harry Potter und der Orden des Phönix» ihr Filmdebüt. Die «Harry Potter»-Superfanin hatte zuvor keinerlei professionelle Schauspielerfahrung und setzte sich beim Casting gegen rund 15’000 Bewerberinnen durch.

Bild: www.imago-images.de

Für Evanna Lynch begann die Reise nach Hogwarts lange vor ihrem ersten Drehtag. Die Irin verschlang die «Harry Potter»-Bücher und schrieb als Kind Fanbriefe an J.K. Rowling. Während Lynch wegen einer Essstörung behandelt wurde, bedeutete ihr die magische Welt besonders viel – auch über ihre Erkrankung schrieb sie Rowling. Die Autorin antwortete, daraus entwickelte sich ein Briefwechsel.

Als Luna Lovegood in den Büchern auftauchte, hatte Lynch ihre Traumrolle gefunden. Über die Potter-Fanseite MuggleNet erfuhr sie von einem offenen Casting und setzte sich ohne Schauspielerfahrung gegen rund 15’000 Bewerberinnen durch. Produzent David Heyman brachte es später auf den Punkt: Andere Mädchen hätten Luna spielen können, Evanna sei Luna gewesen.

Nach «Harry Potter» begann für Lynch eine neue Herausforderung. Sie sei zwar enorm bekannt gewesen, habe aber nur wenig Schauspielerfahrung gehabt, sagte sie 2026 der «Irish Times». Auf der Theaterbühne habe sie diese Erfahrung nachholen können. Dass dieser Weg funktioniert hat, zeigte sich zuletzt mit dem Stück «Pool (No Water)»: Die «Irish Times» zeichnete die Produktion 2026 mit fünf von fünf Sternen aus.

Von Snape bis McGonagall: Diese «Harry Potter»-Stars fehlen heute

Alan Rickman machte Severus Snape zu einer der prägendsten Figuren der Potter-Reihe. Hier ist er in «Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2» zu sehen. Rickman starb 2016 im Alter von 69 Jahren.

Bild: AP Warner Bros. Pictures

Ein Blick zurück auf «Harry Potter» ist inzwischen auch mit Wehmut verbunden. Mehrere Schauspieler*innen, die Hogwarts geprägt haben, sind in den vergangenen Jahren gestorben.

Alan Rickman, der Severus Snape mit seiner unverwechselbaren Stimme und seinem strengen Blick prägte, starb 2016 im Alter von 69 Jahren. Robbie Coltrane, für Millionen Fans untrennbar mit dem gutmütigen Halbriesen Hagrid verbunden, folgte 2022 mit 72 Jahren.

Auch beide Dumbledore-Darsteller leben nicht mehr: Richard Harris, der den Hogwarts-Schulleiter in den ersten beiden Filmen verkörperte, starb bereits 2002. Sein Nachfolger Michael Gambon starb 2023 im Alter von 82 Jahren.

2024 musste sich die «Harry Potter»-Welt schliesslich von einer weiteren ihrer prägendsten Figuren verabschieden: Maggie Smith, die als strenge und zugleich warmherzige Professor McGonagall in Erinnerung bleibt, wurde 89 Jahre alt.

Auch Helen McCrory (Narcissa Malfoy), Richard Griffiths (Vernon Dursley) und John Hurt (Ollivander) sind inzwischen verstorben.


25 Jahre später fährt der Hogwarts-Express wieder los

Wer nach all der Nostalgie jetzt selbst wieder nach Hogwarts möchte, bekommt die perfekte Gelegenheit: Zum 25-Jahr-Jubiläum kehrt «Harry Potter und der Stein der Weisen» noch einmal auf die grosse Kinoleinwand zurück. Den Film kannst du am 28. August in allen blue Cinemas sehen.

Hogwarts-Express, die grosse Halle und Harrys erster Zauberstab: 25 Jahre später dürfte sich die Rückkehr nach Hogwarts für viele fast ein bisschen wie nach Hause kommen anfühlen.


Robert Pattinson über «The Drama»: «Du suchst dir nicht aus, in wen du dich verliebst» – oder doch?

In «The Drama» wirbelt ein dunkles Geheimnis die Hochzeitspläne eines scheinbar perfekten Liebespaares durcheinander. Die aussergewöhnliche Komödie kombiniert Romantik mit überraschend morbidem Humor.


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