Watsche für US-Präsident
Andy Ogles (M.) verliert die Vorwahl in Tennessee.
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Darum geht’s
- Charlie Hatcher schlägt den bisherigen Abgeordneten Andy Ogles in der republikanischen Vorwahl von Tennessee.
- Ogles wurde von Donald Trump unterstützt, war aber durch Skandale und umstrittene Aussagen belastet.
- Die Niederlage zeigt Grenzen von Trumps Einfluss.
Donald Trump warb persönlich für Andy Ogles. Der Präsident unterstützte den Abgeordneten aus Tennessee und nahm kurz vor der Vorwahl sogar an einer telefonischen Wahlkampfveranstaltung teil.
Trotzdem ist Ogles seinen Sitz los. Der frühere Landwirtschaftsminister Charlie Hatcher gewann die republikanische Vorwahl im neu zugeschnittenen fünften Kongresswahlkreis. Im November trifft er auf den Demokraten Chaz Molder.
Warum ist die Niederlage überraschend? Wer ist Hatcher? Und bedeutet das Resultat, dass Trumps Einfluss bei den Republikanern schwindet? Die fünf wichtigsten Punkte.
Trumps Unterstützung reichte nicht
Andy Ogles ging mit prominenter Rückendeckung in die Vorwahl. Donald Trump hatte ihn offiziell unterstützt und ihn noch wenige Tage vor der Abstimmung bei einer sogenannten Tele-Rally gelobt. Dabei sprach Trump via Telefonleitung zu hunderten Wählern.
«Andy war immer für uns da, wenn wir ihn brauchten», sagte Trump gemäss dem «Nashville Banner». Auch einflussreiche konservative Gruppen stellten sich hinter Ogles.
Trotzdem verlor der bisherige Abgeordnete gegen seinen einzigen parteiinternen Herausforderer. US-Medien bezeichnen das Resultat deshalb als Schlag für Trumps Regierung.
Besonders bemerkenswert: Ogles war bereits der zweite von Trump unterstützte Kandidat, der innerhalb derselben Woche eine Vorwahl verlor. Zuvor musste Navy-Veteran Amir Hassan, den Trump sogar persönlich besuchte, am Dienstag eine krachende Niederlage gegen Tom Smith in der republikanischen Vorwahl in Michigan einstecken.
Charlie Hatcher ist Tierarzt, Milchbauer und war bis vor Kurzem Landwirtschaftsminister des Bundesstaats Tennessee. Er besitzt die Hatcher Family Dairy in College Grove und warb im Wahlkampf mit seinen ländlichen Wurzeln.
Seine Botschaft war bewusst einfach: Die Menschen sollten «einen Farmer einstellen». Der neu gezeichnete Wahlkreis umfasst deutlich mehr landwirtschaftlich geprägte Regionen als zuvor – ein Umfeld, das Hatcher entgegenkam.
Unterstützt wurde er von bekannten Vertretern des republikanischen Establishments in Tennessee. Dazu gehörten Gouverneur Bill Lee, der frühere Gouverneur Bill Haslam und der ehemalige US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue.
Hatcher grenzt sich dabei nicht grundsätzlich von Trump ab. Im Gegenteil: Auf seiner Wahlkampfseite lobte er dessen Arbeitseifer und erklärte, Trump hätte auch einen guten Farmer abgegeben. Sein Angriff richtete sich gegen Ogles: Dieser rede zu viel und erledige zu wenig. Seine Einstellung liest sich aber aus dem Slogan klar ab:
«Pro-Gun. Pro-Life. Pro-Trump. Farm Strong.»
Andy Ogles schleppte zahlreiche Skandale mit
Ogles gilt als lautstarker Vertreter des rechten Parteiflügels und Mitglied des Freedom-Caucus-Umfelds. Doch seine zwei Amtszeiten waren von Kontroversen geprägt.
So gab es wiederholt Kontroversen um fehlerhafte und verspätete Angaben zu Wahlkampfgeldern, irreführende Aussagen über seinen Lebenslauf und die Aussage: «Muslime gehören nicht in die amerikanische Gesellschaft.»
Laut «Politico» durchsuchte das FBI 2024 sein Mobiltelefon im Zusammenhang mit einer Untersuchung zu Wahlkampffinanzierungen. Zuvor hatte eine Kontrollorganisation eine Ethikbeschwerde wegen des Umgangs mit Wahlkampfmitteln eingereicht.
Ogles löschte zudem einen homophoben Beitrag, nachdem selbst Mitglieder seiner eigenen Partei diesen kritisiert hatten. Bei seinen Wähler löste das wachsenden Frust über seine provokativen Aussagen und kompromisslosen Positionen aus.
Der neue Wahlkreis spielte Hatcher in die Hände
Für den bisherigen Kandidaten kam erschwerend hinzu: Ogles durfte nicht mehr im gleichen Wahlkreis antreten, in dem er zuvor zweimal gewonnen hatte. Die Republikaner in Tennessee zeichneten die Grenzen erneut um.
Der fünfte Bezirk reicht nun von Vororten Nashvilles durch ländliche Teile West-Tennessees bis in Gebiete rund um Memphis. Dadurch kamen viele neue Wählerinnen und Wähler hinzu, denen Hatcher mit seinem landwirtschaftlichen Hintergrund offenbar näherstand.
Ein Wahlkampfberater sagte gegenüber «Axios», Hatcher passe deutlich besser zu den Menschen im neuen Wahlkreis als der bisherige Amtsinhaber.
Auch Geld von aussen half. Laut der «New York Times» investierte die von Entwicklern erneuerbarer Energien finanzierte Organisation Invest in Tomorrow Coalition seit Mitte Juli zwei Millionen Dollar zugunsten Hatchers.
Der neue Wahlkreis gilt gleichzeitig als klar republikanisch. «Politico» schreibt, Trump hätte ihn nach der neuen Einteilung mit 23 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen. Hatcher ist deshalb trotz eines finanzstarken demokratischen Gegners Favorit für die Wahl im November. Republikanisch bleibt der Distrikt so oder so.
Was bedeutet die Niederlage für Trump?
Für Trump ist es die zweite Niederlage in einer Woche.
Alex Brandon/AP/dpa
Das Resultat zeigt, dass eine Unterstützung durch Trump selbst in einer republikanischen Vorwahl keinen Sieg garantiert. Lokale Faktoren, die Qualität eines Kandidaten, Skandale und ein veränderter Wahlkreis können stärker wiegen als die Empfehlung des Präsidenten.
Eine Abkehr der Republikaner von Trump lässt sich daraus aber nicht ableiten, analysiert etwa die «New York Times». Hatcher stellte sich im Wahlkampf ebenfalls klar hinter den Präsidenten und vermied jede grundsätzliche Konfrontation mit ihm.
Die Wähler entschieden sich somit nicht zwischen einem Trump-Anhänger und einem Trump-Gegner. Sie entschieden sich zwischen zwei Republikanern, die beide ihre Nähe zum Präsidenten betonten.
Für Trump ist das Resultat dennoch unangenehm. Seine Unterstützung sollte Ogles retten – und blieb wirkungslos. Nach zwei Niederlagen seiner Kandidaten innert weniger Tage wird damit zumindest sichtbar, dass auch Trumps politischer Segen Grenzen hat.
Direkt hinter seinem Rücken äfft ein Mann Trump nach – der merkt nichts
Bei einer Rede von Donald Trump in Georgia sorgt plötzlich ein Mann im Publikum für Aufsehen. Direkt hinter dem US-Präsidenten imitiert er dessen typische Gesten und Gesichtsausdrücke. Die Kameras übertragen die Szene live.
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