5 Punkte
Auch das noch: Donald Trump hat am 7. August beim Transfer am Newark Liberty International Airport einen Bad Hair Day. Es ist nicht das einzige, was im bisherigen Monat schiefgelaufen ist.
AP
Darum geht’s
- Donald Trump hat neben einigen Erfolgen im August auch einige herbe Niederlagen hinnehmen müssen.
- Trotz grosser Ankündigungen blamiert sich der US-Präsident wegen der Kriege in Gaza und im Iran international. Bei der Frage nach dem US-Raketen-Arsenal kommuniziert er unglücklich.
- An der Heimatfront macht Trump durch den Reflecting Pool in Washington und den Ballsaal Schlagzeilen, die dem 80-Jährigen nicht gefallen können.
Natürlich ist nicht alles schlecht für Donald Trump, was im bisherigen August im politischen Washington geschehen ist. So konnte der New Yorker am 7. August seinen Ex-Anwalt Todd Blanche als Justizminister sowie Dutzende weitere nominierte Offizielle vom Senat bestätigen lassen.
Und: Donald Trump hat die Meisterschaft seines Golfclubs in Bedminster in New Jersey gewonnen. Es soll der 40. derartige Titel sein.
Truth Social/@realDonaldTrump
Auf Truth Social schreibt der Präsident, er habe im Gegensatz zu seinen Konkurrenten wenig üben können, sie aber dennoch geschlagen:
«Man nennt es Talent, und ich habe es, und sie nicht.»
Doch es gab im August auch einige deftige Niederlagen für Trump. Das sind die fünf vielleicht schmerzhaftesten:
Krieg in Gaza: Ohrfeige vom Freund
Er habe einen «wichtigen Meilenstein» und ebenso «Historisches» erreicht, schreibt Donald Trump am 31. Juli auf Truth Social: ein Abkommen zur Entwaffnung der Hamas im Gazastreifen. «Glückwunsch an alle zu dieser fantastischen Entwicklung, von der alle sagten, sie sei niemals möglich.»
Da hat der US-Präsident seine Rechnung ohne Benjamin Netanjahu gemacht: Sein persönlicher Freund und Premier Israels lehnt Trumps 15-Punkte-Plan am 9. August bei einer Kabinettssitzung ab. Seine Armee werde sich erst zurückziehen, wenn «die Hamas entwaffnet ist». Sprich: Die Terrororganisation muss erst die Waffen niederlegen, und erst dann ist Israel bereit, erste Teile des Gazastreifens wieder zu räumen.
Iran: Wer soll Trump noch ernstnehmen?
Es ist ein dauerndes Hin und Her: Erst wollte Trump die iranische «Zivilisation» auslöschen, dann war der Frieden wieder ganz nahe. Es wurde weiter gebombt, obwohl der Gegner ja eigentlich schon «ausradiert» war. Gerade noch hatte Teheran laut dem Präsidenten keine Marine mehr und kaum noch Raketen. Dann gibt es Luftalarm in den Golfstaaten, und die Strasse von Hormus bleibt weiter zu.
Das Schema wiederholt sich: Am 2. August droht Trump Teheran auf Truth Social mit einem «Ausmass an militärischem Terror, Stärke und Macht, wie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen wurde». Nur weil andere Staaten – darunter angeblich auch der Iran selbst – ihn zurückhielten, schlage er nicht zu. Doch auch nachdem Gespräche mit Teheran scheitern, passiert nichts.
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Und immer wieder tönt Trump zwischendurch, die Mullahs bettelten um Verhandlungen, um einen Waffenstillstand, um Gnade. Nur um dann durch Dementis vorgeführt zu werden. Oder durch diplomatische Ohrfeigen – etwa als der Iran über ein temporäres Abkommen mit dem Oman spricht, bei dem neben israelischen auch amerikanischen Schiffen die Durchfahrt durch die Strasse von Hormus verwehrt bleiben soll.
Raketen-Arsenal: Der Streisand-Effekt
Dass Donald Trump dem Iran physisch nicht so zugesetzt hat wie verbal, hat einen Grund, schreibt die «New York Times» noch im Juli: Es fehle an ausreichend Patriot-Flugabwehrraketen, um Teherans erwarteten Gegenschlag abzufedern. Auch das «Wall Street Journal» greift das Thema auf. Im August legt «Reuters» nach.
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Wie regiert Trump? Er ärgert sich über die Berichterstattung, weil sie die USA schwach dastehen lasse, weiss CNN. Auf Truth Social schreibt der 80-Jährige dazu: Die USA hätten «riesige Bestände an ‹Munition›, vor allem bestimmter Arten». Warum er «Munition» anführt, ist unklar. Weiter heisst es: «Die ‹Informanten›, die diese verräterischen Aussagen verbreitet haben, werden zur Rechenschaft gezogen. Es werden lange Haftstrafen gefordert!»
Bleibt die Frage: Wieso soll jemand wegen Verrats in Haft gehen, wenn die Aussagen gar nicht stimmen?
Russland und China verfolgen laut «New York Times» derweil interessiert, wie das Weisse Haus mit dem Raketen-Dilemma weiter umgeht – der Streisand-Effekt lässt grüssen: Trumps Getöse über die Medienberichte hat das Thema erst recht auf die Titelseiten befördert.
Ballsaal-Baustopp: «Politisch motiviert»
«Ob ein riesiger Ballsaal gebaut werden soll oder nicht, ist Sache des Kongresses und nicht eine Angelegenheit der Exekutive»: Mit diesem Satz aus seinem Urteil beendet ein Washingtoner Berufungsgericht am 7. August den Bau des Ballsaals, der eine Herzensangelegenheit Trumps ist.
So sah die Baustelle zwei Tage vor dem jüngsten Urteil aus.
FR172126 AP
Der Präsident lässt seiner Wut auf Truth Social freien Lauf: «Militär und Geheimdienst betrachten dieses entsetzliche, politisch motivierte und rechtswidrige Urteil als eine Bedrohung für die nationale Sicherheit unseres Landes», tobt er. «Diese ungerechte Entscheidung muss vom Obersten Gerichtshof in vollem Umfang aufgehoben werden.»
Reflecting Pool: Ärger ohne Ende
Seit Jahrzehnten ist der Reflecting Pool vor dem Lincoln Memorial in Washington ein Problem. Immer wieder verliert er Wasser und es bilden sich Algen darin. Die jüngste Renovierung sollte das ändern, tat das aber nicht: Es wurde eher schlimmer. Laut dem 80-Jährigen ist Vandalismus der Grund, , nicht die von ihm beauftragte Baufirma.
Als die Trump-treue Staatsanwältin Jeanine Pirro eine entsprechende Klage jedoch aus Mangel an Beweisen fallen lassen muss, will der Präsident das nicht hinnehmen. «Jeanine Pirro hat einen Fehler gemacht: Es war Vandalismus», beharrt er am 3. August trotzig – nur um anschliessend selbst einzuräumen, dass das Bauwerk seit 1922 dauernd Ärger macht.
Ein Video und seine Geschichte: Die Landung, bei der es kein Zurück mehr gab – wie die DDR für ein Prestigeprojekt alles riskierte
1989 landet Pilot Heinz-Dieter Kallbach eine riesige Iljuschin Il-62 auf einer Graspiste in Brandenburg. Das nahezu unmögliche Manöver ist Teil eines DDR-Prestigeprojekts zu Ehren von Flugpionier Otto Lilienthal.
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