Nach-CSD-Anschlag
Das Brandenburger Tor wurde nach dem CSD-Anschlag in Regenbogenfarben illuminiert.
Christoph Soeder/dpa
Darum geht’s
- Drei Wochen nach dem islamistischen Anschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin werden unweit des Tatorts Zehntausende Menschen zur Techno-Parade «Rave the Planet» erwartet.
- Für die Party-Demo gelten verschärfte Sicherheitsmassnahmen.
- Im Folgenden die wichtigsten Fragen und Antworten für Besucher*innen der Parade.
Drei Wochen nach dem islamistischen Anschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin werden unweit des Tatorts Zehntausende Menschen zur Techno-Parade «Rave the Planet» erwartet. Für die Party-Demo gelten verschärfte Sicherheitsmassnahmen. Eine weitere Herausforderung stellt die Hitze dar, am Samstag (15.8.) werden bis zu 36 Grad erwartet. Was Gäste sowie Besucher*innen wissen müssen:
Wo wird die Techno-Parade gefeiert?
Die Parade ist von 13.50 Uhr bis 22.00 Uhr auf der Strasse des 17. Juni, die durch den Tiergarten führt, zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule geplant. Sie liegt damit unweit des Anschlagsorts, wo am 25. Juli von einem islamistischen Attentäter eine Frau getötet und mindestens 31 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden.
Wie bereitet sich die Polizei vor?
Rund 1’500 Polizist*innen werden das als Demonstration angemeldete Techno-Spektakel begleiten, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Berliner Polizei wird von Kollegen aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt unterstützt. Es sollen ein Polizeihubschrauber sowie Drohnen eingesetzt werden.
Zudem gibt es laut Polizei ein «umfangreiches Sperrkonzept» für die Veranstaltung inmitten des Tiergartens. Dabei seien abgestufte Schutzzonen vorgesehen: Die Versammlungsfläche selbst auf der Strasse des 17. Juni; eine erweiterte Schutzzone, wo insbesondere Rettungsfahrzeuge ungehindert durchkommen müssen, sowie der angrenzende Bereich.
Verschiedene Formen von Absperrungen sollen den Bereich absichern. Unter anderem sollen kritische Punkte durch Fahrzeuge der Polizei abgesperrt werden, teils werden schwere mobile Poller aufgestellt, wie das bereits im Tiergarten an einigen Stellen nach dem CSD-Anschlag der Fall war. Auch ausserhalb des Tiergartens seien Massnahmen geplant, hiess es von der Polizei.
Wie gehen die Veranstalter mit dem CSD-Anschlag um?
Die Veranstaltung unter dem Motto «Imagine Love» beginnt mit einer Schweigeminute, wie die Begründer der gemeinnützigen Organisation «Rave The Planet», Dr. Motte und Ellen Dosch-Roeingh ankündigten. «Das ist uns und mir sehr wichtig», sagte Dr. Motte, mit bürgerlichen Namen Matthias Roeingh. Dosch-Roeingh kündigte eine gemeinsame Eröffnungsrede mit Julia Miosga vom Berliner CSD und Anna-Maria Seifert vom Karneval der Kulturen am Grossen Stern an.
Die Veranstalter haben ihr Sicherheitskonzept nach dem CSD-Angriff in enger Abstimmung mit der Polizei nochmals besprochen. «Wir hatten schon vor dem 25. Juli ein sehr solides Konzept, Kleinigkeiten wurden aber noch einmal angepasst», so Dosch-Roeingh. Dieser Prozess setze sich ständig fort.
Wie viele Menschen werden erwartet?
Die Veranstalter haben wie im Vorjahr 300’000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Das entspreche nach einem Gutachten dem Richtwert für die maximale Auslastung der Strecke, so Dosch-Roeingh. «Wir können keine validen Angaben dazu machen, wie viele wirklich kommen.» Im vergangenen Jahr nahmen laut Veranstalter rund 200’000 Menschen teil, die Berliner Polizei ging von gut 100’000 aus.
Mehrere Sperrpunkte, an denen der Zutritt zum Gelände gelenkt werden kann, sollen dafür sorgen, dass die Menschenmenge nicht zu dicht wird und sich nicht zu viele Gäste gleichzeitig dort aufhalten.
Was bedeutet die Hitze für die Techno-Parade?
Laut Deutschem Wetterdienst sind bis zu 36 Grad möglich. Die Polizei will mindestens einen Wasserwerfer einsetzen, um mit Sprühnebel für Abkühlung zu sorgen. Laut Veranstalter gibt es drei Stellen entlang der Route, wo die Besucher aus mehreren Hähnen kostenloses Trinkwasser bekommen können. Im Grossen Tiergarten soll es Plätze zum Ausruhen und Abkühlen geben. Auf der Parade besteht ein Glasverbot. Raver sind gebeten, eine bruchsichere, wiederbefüllbare Flasche mitzubringen.
Neben der Berliner Feuerwehr ist ein Sanitätsdienst des Veranstalters im Einsatz, es soll fünf Unfallhilfestellen geben. Im vergangenen Jahr mussten viele Menschen behandelt werden – meist ging es nach Angaben eines Feuerwehrsprechers «um klassische Veranstaltungssymptome», also alkohol- oder drogenbedingte Probleme. Die Veranstalter riefen die Besucher im Vorfeld auf, auf sich zu achten: «Wir können den Leuten nichts vorschreiben und nur an den Verstand appellieren», so Dosch-Roeingh.
Mit welchen Behinderungen müssen Verkehrsteilnehmer rechnen?
Wegen des Techno-Spektakels ist die Strasse des 17. Juni zwischen Grossem Stern und Brandenburger Tor gesperrt. Der U- und S-Bahnhof Brandenburger Tor ist nach derzeitigem Stand geöffnet. Eine kurzfristige Sperrung sei je nach Entwicklung aber möglich, sagte ein Bahnsprecher.
Als Gegenveranstaltung zu «Rave the Planet» gibt es die «Fuckparade». Die Demonstration richtet sich «gegen Kommerzialisierung und Verdrängung von Subkulturen». Laut Polizei sind dafür 1’200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angekündigt. In Berlin-Mitte und Friedrichshain kommt es deswegen ab 14.00 Uhr zu Verkehrseinschränkungen. Start der Demonstration ist an der Ecke Albrechtstrasse/Reinhardstrasse, enden soll sie am Abend am Leipziger Platz.
#Adessonews seleziona nella rete articoli di particolare interesse.
Se vuoi leggere l’articolo completo clicca sul seguente link



