Bella Thorne gegen Zendaya
Der gesamte «Shake It Up»-Cast im Jahr 2010.
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Darum geht’s
- Disney-Serien waren für das Publikum Kult, für die jungen Stars aber oft geprägt von Rivalität, Sexismus und enormem Druck.
- Schaspielerin Bella Thorne erzählt, wie Disney sie und Zendaya bei «Shake It Up» gegeneinander ausspielte, bis ein ehrliches Gespräch ihre Beziehung rettete.
- Ähnliche Konflikte gab es auch bei anderen Disney-Produktionen wie «Hannah Montana» und «High School Musical».
«Hannah Montana», «Hotel Zack & Cody», «Die Zauberer vom Waverly Place». Für viele sind die alten Disney-Serien Kult. Für die jungen Schauspieler*innen vor der Kamera bedeuteten sie jedoch oft eine schwierige und kräftezehrende Zeit.
Denn hinter den Kulissen des Disney Channels kam es immer wieder zu Rivalitäten und Streitigkeiten unter den jungen Stars, angeheizt durch die Medien und den enormen Konkurrenzdruck der «Traumfabrik», als die Disney oft beschrieben wird.
So war es auch bei «Shake It Up» (2010 bis 2013), einer der beliebtesten Disney-Serien ihrer Zeit. Im Mittelpunkt stehen die beiden Background-Tänzerinnen Cecelia «CeCe» Jones und Raquel «Rocky» Blue, gespielt von Bella Thorne und Zendaya. Die Serie erzählt von ihrem Alltag bei der Tanzsendung «Shake It Up, Chicago» sowie von ihren Freundschaften und Herausforderungen ausserhalb der Show.
«CeCe» und «Rocky» sind zwar in der Serie beste Freundinnen, doch hinter den Kulissen sei der Konkurrenzdruck enorm gewesen. In der aktuellen Folge des Talk-Podcasts «Call Her Daddy»-Podcast erzählt Thorne, wie sie die Zeit damals erlebte.
Disney spielte Teenager gegeneinander aus
Zu Beginn der Serie waren die beiden 13 bis 14 Jahre alt. Als Thorne und Zendaya sich zum ersten Mal begegneten, spürte Thorne sofort, dass sie sich gut verstehen würde und die Chemie passte. Doch dann wurde es «ziemlich schlimm am Set», weil die Umgebung sie gegeneinander auszuspielen versuchte.
Die heute 28-Jährige erzählt im Podcast, wie früh sie mit einem zutiefst sexistischen Mechanismus konfrontiert wurde. «Bei Frauen ist es oft so: Wir sollen um einen einzigen Platz kämpfen, uns gegenseitig fertigmachen, während es eigentlich viele Plätze gäbe. Nur für Frauen eben immer nur einen», sagt sie.
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Immer wieder sei ihnen eingeredet worden, es gebe «nur einen Spot», also nur Platz für eine Erfolgsfigur. Das befeuerte den Konkurrenzkampf. «Das Patriarchat macht das seit Anbeginn der Zeit», so Thorne.
Die Folgen: Thorne und Zendaya konnten sich in der ersten Staffel überhaupt nicht ausstehen.
«Der ehrlichste Girls-Talk meines Lebens»
Die Spannung zwischen den beiden wurde so gross, dass die beiden während einer Aufzeichnung eines Crossovers mit der Disney-Serie «Good Luck Charlie» kurzerhand vom Set verschwanden, um miteinander zu reden und den Streit zu klären.
«Wir sind mitten in der Live-Aufnahme auf ein anderes Set geflüchtet», erzählt Thorne. «Das war wirklich mutig und rebellisch von uns», erinnert sie sich zurück. Dort nahmen sich die beiden Zeit, um miteinander zu sprechen und «alles auf den Tisch zu packen», so Thorne. «Es war wunderschön.»
Für die Schauspielerin wurde dieses Gespräch zu einem Schlüsselmoment. Es sei eines ihrer ersten Gespräche gewesen, in denen man einfach von Mädchen zu Mädchen sprechen konnte und tatsächlich gehört wurde. «Es war einer der ehrlichsten Girl-Talks meines Lebens», so Thorne.Das vertrauliche Gespräch am Set sei entscheidend gewesen, um ihre Perspektive zu verändern und ihre Beziehung zueinander zu retten.
Ihr Verhältnis verbesserte sich in der zweiten und dritten Staffel deutlich, die beiden wurden enge Freundinnen. Auch heute verstehen sie sich noch gut, obwohl sie inzwischen nur noch selten Kontakt haben.
Streit bei «Hannah Montana» und Co.
Bella Thorne und Zendaya sind nicht die einzigen Kinderstars aus dem Disney-Kosmos, die sich hinter den Kulissen in die Haare bekamen. Solche Spannungen gab es häufiger.
Beispielsweise zwischen Miley Cyrus und Emily Osment bei «Hannah Montana». In ihrer Autobiografie «Miles to Go» schildert Cyrus, wie sie und Osment am Set immer wieder aneinandergerieten, obwohl ihre Figuren beste Freundinnen waren: «Emily und ich versuchten, Freundinnen zu sein, wirklich, aber es endete immer in einem Streit.»
Emily Osment (links) and Miley Cyrus (rechts) im Jahr 2006.
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Cyrus sprach später offen über den enormen Druck und die Rivalität, unter der sie und Osment als Teenager standen. Heute haben sie ihre Differenzen überwunden und verstehen sich.
Viele junge Disney-Stars standen unter enormem Erwartungsdruck. So auch Sängerin Demi Lovato. Sie war bei «Camp Rock» und «Sonny Munroe» zu sehen.
Demi Lovato wurde durch «Camp Rock» und «Sonny Munroe» bekannt.
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Lovato berichtet in späteren Interviews immer wieder von Überforderung, permanentem Leistungsdruck und mangelndem Schutz von Disney. Sie entwickelte dadurch Depressionen und Esstörungen, zudem litt sie unter schwerer Drogen- und Alkoholabhängigkeit.
Auch Selena Gomez hat mehrfach erzählt, wie sehr sie mit dem frühen Ruhm zu kämpfen hatte. Sie sprach in Interviews über Angststörungen, Depressionen und den Zwang, für Disney und Millionen Fans ständig «das gute Mädchen» sein zu müssen. Ein Image, das sie langfristig zermürbte.
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