Google hat am Mittwoch seine komplette Herbstlinie enthüllt, vom Falthandy über die Uhr bis zum Schlüsselfinder. Vorbestellen kann man ab dem 12. August, im Handel stehen die Geräte ab dem 20. August. Ein Überblick, was alles neu ist.

Drei neue Handys mit Spitzenkamera

Google bringt drei klassische Handys, das günstige «Pixel 11», das «Pixel 11 Pro» und das grössere «Pixel 11 Pro XL». Der grösste Unterschied steckt in der Kamera. Das Pixel 11 kommt mit einem soliden Dreifach-System und bis zu 30-fachem Zoom aus, die beiden Pro-Modelle fahren schwerere Geschütze auf.

Deren Hauptkamera löst mit 50 Megapixeln auf, das Teleobjektiv mit 48, und die Vergrösserung reicht rechnerisch bis zum 120-Fachen. Selfies nehmen die Pro-Modelle neu mit 42 Megapixeln auf. Ihre Bildschirme gehören mit bis zu 3600 Nits zu den hellsten am Markt und bleiben auch bei praller Sonne gut ablesbar. Alle drei Handys halten über 30 Stunden durch, und Google verspricht sieben Jahre lang Updates.

Farblich reicht die Palette von zurückhaltendem Obsidian bis zu kräftigem Hibiscus. Das Pixel 11 kostet ab 899 Franken, das Pixel 11 Pro ab 1’049 und das Pixel 11 Pro XL ab 1’249 Franken, jeweils mit 256 Gigabyte Speicher.

Das Pixel 11 ist in vier verschiedenen Farben erhältlich.

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Das faltbare Pixel 11 Pro Fold wird robuster

Das eigentliche Ausrufezeichen setzt Google beim faltbaren «Pixel 11 Pro Fold». Es ist rund zehn Prozent leichter und knapp einen Millimeter dünner als der Vorgänger und liegt angenehmer in der Hand. Aufgeklappt bietet es einen acht Zoll grossen Innenbildschirm, zusammengefaltet einen 6,5-Zoll-Aussenschirm.

Lange war die Haltbarkeit die grösste Schwäche faltbarer Handys. Eine neue Rückseite aus Verbundmaterial soll nun kaum zu knacken sein, ein überarbeitetes Scharnier schützt das Innendisplay besser bei Stürzen. Insgesamt sei der Falter dreimal so widerstandsfähig wie das Vorjahresmodell, verspricht Google. Praktisch ist «Bubble Anything», mit dem sich jede App als kleine Blase in eine Ecke schieben lässt, während du etwas anderes erledigst.

Den Falter gibt es in Olive und Obsidian. Er startet bei 1’799 Franken und kostet mit einem Terabyte Speicher bis zu 2’119 Franken. Vorbestellbar ab dem 12. August, im Handel ab dem 20. August.

Das Fold-Modell soll wesentlich robuster sein.

Das Fold-Modell soll wesentlich robuster sein.

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Ein leuchtendes Kameradetail namens HiLight

Die auffälligste Neuerung ist zugleich die dezenteste. Rund um den Kamerablitz der Pro-Modelle sitzen farbige LEDs, die Google «HiLight» nennt. Stellst du dem Assistenten Gemini eine Frage, glimmt der Streifen in wechselnden Mustern, während dieser nachdenkt oder antwortet. Wichtigen Kontakten lässt sich eine eigene Farbe zuweisen, sodass du schon am Leuchten erkennst, wer anruft.

HiLight steckt in den beiden Pro-Handys und im Falthandy, nicht aber im günstigen Pixel 11. Einen Aufpreis kostet die Funktion nicht, sie gehört bei diesen Modellen zur Ausstattung.

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Tensor G6 und Schutz vor Quantenangriffen

In allen Modellen steckt Googles neuer Prozessor Tensor G6. Er erledigt KI-Aufgaben schneller und geht sparsamer mit dem Strom um, im Alltag starten Apps flotter und die Kamera rechnet zügiger. Spannender ist der neue Sicherheitschip Titan M3. Er soll bereits gegen künftige Attacken durch Quantencomputer gewappnet sein, die dereinst gängige Verschlüsselungen knacken könnten.

Neue Tricks für Foto und Video

Auch die Software lernt dazu. Mit «Magic Capture» filmst du eine Szene, und das Handy sucht daraus den besten Moment heraus, das echte Lachen statt des halb geschlossenen Auges. Mit «Camera Looks» wählst du schon beim Auslösen den Bildstil, von tieferen Schatten bis zu wärmeren Tönen. Wer Videos macht, findet in der «Creator Suite» einen eingebauten Teleprompter und Werkzeuge zum Schneiden.

Gemini denkt mit, vorerst nur in den USA

Der grösste Umbau steckt im Assistenten. Gemini soll künftig von sich aus mitdenken. Fragt dich jemand nach deiner Ankunftszeit, blendet das Handy eine Flugkarte mit Echtzeit-Status ein, und auf Wunsch reserviert es auch gleich einen Restauranttisch. Neu ist «Rambler», das aus verhaspeltem Gerede saubere Sätze macht.

Ein Teil dieser proaktiven Vorschläge startet allerdings zuerst in den USA und wenigen englischsprachigen Märkten. Wann sie in die Schweiz kommen, lässt Google offen. Immerhin verfügbar ist «Live Translate», das Videos auf YouTube und in einigen Podcast-Apps in Echtzeit übersetzt.

Die Pixel Watch 5 als Gesundheitswächter

Den grössten Sprung macht Google am Handgelenk. Die «Pixel Watch 5» misst die Laufstrecke laut Hersteller so genau wie keine Pixel-Uhr zuvor und soll dabei die Apple Watch Ultra 3 und die Garmin Fenix 8 Pro übertreffen. Ab September führt sie dich zudem per Sprachansage durch Krafttrainings.

Wichtiger dürften die Gesundheitsfunktionen unter dem Namen «Health Guardian» sein. Eine Notfallerkennung schlägt Alarm, wenn die Uhr einen anhaltenden Sauerstoffabfall bemerkt, etwa bei einem Atemstillstand, und ruft selbstständig Hilfe. Dazu kommen monatliche Auswertungen zu Blutdruck-Trends und zur Insulinresistenz, einem frühen Warnsignal für Diabetes. Es geht dabei um Trends über einen Monat, nicht um medizinische Einzeldiagnosen.

Die grosse 45-Millimeter-Uhr hält bis zu 40 Stunden durch, die kleine 41-Millimeter-Version rund 30. In der Schweiz gilt eine Garantie von zwei Jahren. Die Uhr kostet ab 369 Franken, mit Mobilfunk ab 469 Franken, und ist ebenfalls ab dem 20. August im Handel.

Die neue Pixel Watch soll für Diabetiker wichtige Aufnahmen übernehmen.

Die neue Pixel Watch soll für Diabetiker wichtige Aufnahmen übernehmen.

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Schlüsselfinder, Kopfhörer und Zubehör

Zum Schluss die kleinen Begleiter. Mit dem «Google Pixel Tag» bringt Google erstmals einen eigenen Schlüsselfinder, der sich über das grosse «Find Hub»-Netzwerk von Android orten lässt, per Handy, Uhr oder Sprachbefehl. Die Knopfzellenbatterie hält über ein Jahr. Die «Pixel Buds Pro 2» erscheinen in der neuen Farbe Olive und passen ihre Geräuschunterdrückung besser an den Sitz im Ohr an.

Dazu kommen neue «Pixelsnap»-Hüllen und ein magnetischer Ladeständer. Preise für die Schweiz hat Google für diese Zubehörteile noch nicht genannt, erhältlich sind sie über dieselben Kanäle wie die übrigen Geräte.