Seitensprung mit Folgen

Jazmin Grace Grimaldi kam 1992 als Tochter von Fürst Albert II. und der Amerikanerin Tamara Rotolo zur Welt. Erst 2006 erkannte der Fürst die Vaterschaft offiziell an.

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Affären, heimliche Kinder und spät bestätigte Vaterschaften: Europas Königshäuser haben so manches Familiengeheimnis. blue News zeigt, welche ausserehelich geborenen Royals bis heute für Schlagzeilen sorgen.

Bruno Bötschi

Darum geht’s

  • Prinz Laurent von Belgien hat seinen 26-jährigen Sohn Clément Vandenkerckhove kürzlich rechtlich anerkannt.
  • Auch andere männliche Royals aus Europa haben Kinder, die aus Beziehungen ausserhalb der Ehe stammen.
  • blue News verrät dir, wer sie sind – und welche Rolle sie heute in ihren royalen Familien spielen.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Liebe und Ehe waren an Europas Königshöfen lange zwei verschiedene Dinge. Geheiratet wurde für Bündnisse, Erben und den Fortbestand der Dynastie. Für Gefühle waren nicht selten andere zuständig – die Mätressen.

Aus solchen Beziehungen gingen immer wieder Kinder hervor. Unehelich geboren, aber keineswegs immer bedeutungslos: Manche wurden anerkannt, erhielten Titel und Vermögen.

Auch heute gibt es nach wie vor Prinzen und Prinzessinnen, die ausserhalb einer Ehe zur Welt kamen.

Heimliche Kinder in Europas Königshäusern

Wie aktuell das Thema ist, zeigt das Beispiel des belgischen Königshauses: Prinz Laurent, der jüngere Bruder von König Philippe, hat kürzlich seinen 26-jährigen Sohn Clément Vandenkerckhove rechtlich anerkannt.

Clément stammt aus Laurents früherer Beziehung mit der Sängerin und Schauspielerin Wendy Van Wanten. Erst mit 16 Jahren erfuhr er, wer sein Vater ist, mit 20 nahm er Kontakt zu ihm auf.

Heute darf sich Clément Vandenkerckhove Prinz nennen – er erhält aber keine königliche Apanage und rückt zudem nicht in die Thronfolge auf.

Nun denn, Prinz Laurent ist nicht der einzige europäische Royal mit einem bewegten Liebesleben. blue News zeigt dir, welche unehelichen Prinzen und Prinzessinnen bis heute für Schlagzeilen sorgen:

Prinzessin Delphine von Belgien

Delphine wurde 1968 als Tochter des später belgischen Königs Albert II. und Sybille de Selys Longchamps geboren. Albert erkannte seine Vaterschaft jahrzehntelang nicht an.

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit und einem DNA-Test bekannte er sich 2020 zu seiner Tochter. Delphine trägt seither den Titel Prinzessin von Belgien.

Das Verhältnis zu ihrem Vater und ihren Halbgeschwistern habe sich, so die heute 58-Jährige in einem Interview, in den vergangenen Jahren immer mehr entspannt. «Ich hatte nie Zweifel, dass er mein Vater ist. Wenn ich ihm nahe war, habe ich es gespürt.»

Jazmin Grace Grimaldi wurde 1992 als Tochter von Fürst Albert II. von Monaco und der Amerikanerin Tamara Rotolo geboren. Erst 2006 erkannte Albert sie offiziell als seine Tochter an.

Damit gehört sie zwar zur monegassischen Fürstenfamilie, einen Prinzessinnentitel trägt sie jedoch nicht. Auch in der Thronfolge wird sie nicht berücksichtigt.

Jazmin Grace Grimaldi veröffentlichte im vergangenen Frühling ihre erste Single. Musik und Kunst spielen in ihrem Leben schon länger eine wichtige Rolle: Neben der Schauspielerei nutzt sie vor allem die Bühne als kreativen Ausdrucksort.

Alexandre Grimaldi kam 2003 als Sohn von Fürst Albert II. von Monaco und der ehemaligen Flugbegleiterin Nicole Coste zur Welt. Albert erkannte ihn bereits wenige Monate nach seiner Geburt an.

Alexandre selbst wehrt sich gegen die Bezeichnung «unehelich», weil seine Eltern zum Zeitpunkt seiner Geburt beide unverheiratet waren. Einen Platz in der monegassischen Thronfolge hat er nicht.

Alexandre Grimaldi hat grosse Pläne: Wie er dem britischen Society-Magazin «Tatler» verriet, will er künftig mit seinem Vater Fürst Albert II. zusammenarbeiten und weltweiter Botschafter für Monaco werden: «Ich muss (…) mein Erbe und meine Familie auf respektvolle Art und Weise ehren.»

Iris Anna wurde 2016 als Tochter von Nicholas Medforth-Mills und seiner ehemaligen Lebensgefährtin Nicoleta Cirjan geboren. Medforth-Mills, ein Enkel des letzten rumänischen Königs Michael, bestätigte seine Vaterschaft 2019 nach einem DNA-Test.

Bereits 2015 hatte ihm sein Grossvater den Prinzentitel und seinen Platz in der Thronfolge entzogen. Als Grund für diesen Schritt erklärte der frühere König laut dem englischen «The Guardian», die Königsfamilie müsse von jemandem geführt werden, der bescheiden, ausgeglichen und moralisch lebe. Iris Anna selbst trägt keinen Prinzessinnentitel.

Felicity Tonkin wurde 1985 in Neuseeland geboren und ist die Tochter von Mark Phillips und der Kunstlehrerin Heather Tonkin. Phillips war damals noch mit Prinzessin Anne, der Tochter von Queen Elizabeth II., verheiratet.

Ein DNA-Test bestätigte 1991 seine Vaterschaft. Felicity ist damit eine Halbschwester von Peter Phillips und Zara Tindall, besitzt selbst aber keinen royalen Titel.

Tindall und Phillips haben laut den britischen Medien keinen Kontakt zu ihrer Halbschwester Felicity, die mit ihrem Ehemann Tristan Wade und Sohn James in Neuseeland lebt.

Alicia de Bielefeld und Alexia Grinda-Lejeune

Erst nach dem Tod von Prinz Bernhard im Dezember 2004 wurde öffentlich, dass die niederländische Königsfamilie grösser ist als lange bekannt. In einem Interview, das auf seinen Wunsch erst zwei Wochen nach seinem Ableben erscheinen durfte, sprach der Vater der späteren Königin Beatrix über seine zwei ausserehelichen Töchter.

Alicia de Bielefeld wurde 1952 geboren. Ihre Mutter soll eine deutsche Pilotin gewesen sein, die Prinz Bernhard 1951 in Mexiko kennen- und lieben lernte.

Alexia Grinda-Lejeune wurde 1967 geboren. Ihre Mutter ist die Französin Hélène Grinda, mit der Bernhard damals eine außereheliche Beziehung führte.

Königin Juliana soll übrigens über die beiden ausserehelichen Töchter ihres Mannes Bescheid informiert gewesen sein

Gegenüber der niederländischen Zeitung «de Volkskrant» erzählte Bernhard kurz vor seinem Tod, seine Frau habe die beiden als besonders liebe Kinder bezeichnet. Ob und wie viel Kontakt Beatrix heute zu ihren Halbschwestern hat, ist nicht bekannt.


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