Flucht vor der Hitzewelle
In den Beatushöhlen am Thunersee herrschen ganzjährig konstante Temperaturen von 8 bis 10 Grad Celsius.
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Darum geht’s
- Die Schweiz bietet zahlreiche Orte, an denen sich der Sommerhitze entkommen lässt.
- Höhlen, Schluchten, Bergseen und Kirchen bieten auch an heissen Tagen Abkühlung.
- Die Auswahl reicht von Geheimtipps bis zu bekannten Ausflugszielen wie dem Jungfraujoch.
Das unterirdische Arm- und Fussbad in Luthern Bad LU bietet an heissen Sommertagen eine besondere Erfrischung. Im Kneippbecken und im Fussbad können Besucherinnen und Besucher Arme und Füsse im kühlen Quellwasser baden und das Wasser auch direkt trinken. Der Wallfahrtsort Luthern Bad ist vor allem an Pilgersonntagen ein beliebtes Ziel. Beim Badbrünnli schöpfen viele Pilgerinnen und Pilger einen Schluck des Quellwassers, dem seit Jahrhunderten eine besondere Wirkung zugeschrieben wird.
Der Sommerhitze entkommen lässt sich auch in der imposanten Risletenschlucht oberhalb von Beckenried. Die Schlucht ist vom Dorf aus in rund eineinhalb Stunden in einem Fussmarsch zu erreichen. Sie bietet im Waldstättersee-Uferwald schattige Wege. Von einer Brücke aus lässt sich beobachten, wie sich der Choltalbach rund 90 Meter in die Tiefe stürzt und schliesslich in den Vierwaldstättersee fliesst.
In der Ostschweiz bietet sich für die Flucht vor der Hitze die Kristallhöhle im Rheintal an. Die Temperatur in der Höhle oberhalb von Oberriet SG beträgt während des ganzen Jahres konstante 8,5 Grad, wie die Betreiber auf ihrer Website schreiben. Besichtigt werden darf die Kristallhöhle nur in Führungen. Traurige Bekanntheit erlangte sie aufgrund des bis heute ungeklärten Doppelmordes an zwei jugendlichen Mädchen im Jahr 1982.
Kühlere Temperaturen herrschen auch in der Taminaschlucht. Hier entspringt zwar das 36,5 Grad warme Thermalwasser von Bad Ragaz SG. In der schattigen Schlucht zwischen den steilen Felswänden weht jedoch gerne eine angenehme Brise.
In Basel bieten neben dem Rheinschwimmen zahlreiche Brunnen eine Gelegenheit zur Abkühlung. Beliebt ist etwa der grosse Schöneck-Brunnen in der St. Alban-Vorstadt. In der Altstadt gibt es aber auch zahlreiche weitere Badebrunnen.
Ein Spaziergang durch das Kaltbrunnental bei der Baselbieter Gemeinde Grellingen eignet sich ebenfalls an Hitzetagen. Der Weg führt durch einen schattigen Wald, einem Bächlein entlang und an Höhlen vorbei.
Der Rundgang durch die Beatushöhlen am Thunersee mit ihren Tropfsteinhöhlen, Hallen und Schluchten ist einen Kilometer lang und dauert rund eine Stunde. In den Höhlen herrschen ganzjährig konstante Temperaturen von 8 bis 10 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 95 Prozent, wie es auf der Website heisst. Am Eingang gibt es zudem einen Wasserfall und ein Museum zu bestaunen. Die Höhlen sind per Bus oder Schiff erreichbar. Von den Schiffsstationen Beatushöhlen-Sundlauenen und Beatenbucht führen Wege zum Höhleneingang.
In einer solchen Aufzählung nicht fehlen darf natürlich das legendäre Jungfraujoch. Auf rund 3450 Metern über Meer sind in den nächsten Tagen gemäss Meteoschweiz Temperaturen von angenehmen 0 bis 6 Grad Celsius zu erwarten. Allerdings dürften Sie in den nächsten Tagen trotz prognostizierten Niederschlägen dort oben an einem der bekanntesten Ausflugsziele der Schweiz nicht alleine sein: Im vergangenen Jahr besuchten über eine Million Menschen das «Top of Europe». Die Anreise erfolgt über Grindelwald oder Wengen.
Der unterirdische See von St- Léonard im Wallis ist der grösste natürliche, schiffbare unterirdische See Europas. Er bietet an heissen Sommertagen eine ideale, natürliche Abkühlung bei konstanten Höhlentemperaturen von rund 15 Grad.
In Graubünden gibt es in den 150 Tälern zahlreiche Möglichkeiten, der Hitze zu entfliehen. Gemäss Graubünden Ferien zählt der Bergkanton über 1000 Seen, manche davon in luftiger Höhe. Ein Beispiel: Der Partnunsee auf 1869 Metern über Meer. Dieser liegt im hinteren Teil der Gemeinde Luzein. Er ist ab der Postauto-Haltestelle St. Antönien Platz in rund zwei Stunden zu Fuss zu erreichen. Wer weniger weit laufen möchte, kann sich einen Platz im Bus alpin reservieren. Dieser fährt bis Partnun Alpenrösli, das ein Fussmarsch von rund 30 Minuten vom See entfernt liegt.
Ein weiterer Geheimtipp ist der Lai Nair oberhalb Tarasp in der Unterengadiner Gemeinde Scuol. Das Seelein liegt in einem Hochmoorgebiet auf 1546 Metern über Meer. Ein Holzsteg erleichtert den Ein- und Ausstieg, damit der feuchte Boden rund um den See nicht abbricht. Die Tourismusanbieter im Engadin schwärmen von einem der schönsten Flecken und empfehlen einen Besuch zum Sonnenuntergang. Ab der nächsten Bushaltestelle Fontana in Tarasp sind es noch etwa 20 Minuten zu Fuss.
Kühle Orte sind während der heissen Tage auch in Zürich willkommen. Die Velofahrerinnen und Velofahrer der Stadt haben schon längst bemerkt: Wer die Seiten des Hauptbahnhofs wechseln will und dafür den im Mai 2025 eröffneten Velotunnel benutzt, erhält gratis dazu eine kleine Abkühlung. Denn in dem Tunnel herrschen einige Grad weniger als an der Oberfläche. Stehenbleiben sollte man wegen des Durchgangsverkehrs und der Unfallgefahr jedoch besser nicht.
Stehen und Staunen ist in der Giacometti-Halle im Gebäude der Stadtpolizei erlaubt. In der dickwandigen Gewölbehalle, die einst als Keller diente, finden die Besucherinnen und Besucher nicht nur Schutz vor der Hitze, sondern auch kühlere Temperaturen. Dort kann man auch ein einzigartiges, die Decken und Wände umfassendes Fresko aus den Jahren 1922 bis 1926 des Malers Augusto Giacometti bestaunen. Zusammen mit weiteren Künstlern schuf er einen in seiner Leuchtkraft sakral wirkenden Farbraum. Die «Blüemlihalle» kann von Mittwoch bis Freitag am Nachmittag geführt besichtigt werden.
Die restaurierte Giacometti-Halle in der Eingangshalle des vom Sicherheitsdepartement genutzten Amtshauses I in Zürich.
Keystone
Schweizer Museen sind bei grosser Sommerhitze ideale Zufluchtsorte. Sie haben konstante Temperaturen zum Schutz der Kunstwerke um die zwanzig Grad. Sakrale Bauten wie das Berner Münster oder das Fraumünster in Zürich mit ihren dicken Mauern sind eine wohltuende und ruhige Abkühlung und stehen tagsüber offen.
Auf dem 1022 Meter hohen Passwang, einer bekannten Passhöhe für Töfffahrer im Kanton Solothurn, sind die Temperaturen oft etwas tiefer als in den niedrigeren Lagen. Hier startet die Wasserwanderung: Sie führt entlang von wilden Wasserläufen, dichten Wäldern und kühlen Schluchten hinunter ins Dorf Mümliswil. Die als leicht eingestufte Wanderung dauert zweieinhalb Stunden.
In den dicken Steinmauern des 1027 von den Habsburgern gestifteten Klosters Muri im Kanton Aargau verbirgt sich ein Museum. Es zeigt die grösstenteils in Vergessenheit geratene Geschichte des einst mächtigen Benediktinerklosters auf. Das Besucherzentrum ist jeweils von Dienstag bis Sonntag geöffnet.
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