Alltagsausgaben steigen
blue News zeigt dir, in welchen Bereichen im Jahr 2026 eine Teuerung stattgefunden hat.
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Darum geht’s
- Viele Alltagskosten in der Schweiz sind im vergangenen Jahr gestiegen.
- Besonders Wohnen, Krankenkassen, Reisen und Mobilität belasten die Haushalte stärker.
- Gründe sind unter anderem Wohnungsknappheit, höhere Gesundheitskosten, steigende Rohstoffpreise sowie höhere Energie- und Betriebskosten.
- Trotz insgesamt tiefer Inflation müssen Konsumentinnen und Konsumenten für viele Güter und Dienstleistungen heute mehr bezahlen.
Ob beim Wohnen, an der Supermarktkasse oder in den Ferien: Obwohl die allgemeine Inflation in der Schweiz vergleichsweise tief geblieben ist, sind viele Ausgaben des Alltags im vergangenen Jahr spürbar gestiegen.
Besonders Mieten, Krankenkassenprämien, Reisen und Mobilität belasten das Budget vieler Haushalte. Ein Überblick darüber, wo Konsumentinnen und Konsumenten heute tiefer in die Tasche greifen müssen – und welche Gründe hinter den höheren Preisen stecken.
Wer in der Schweiz eine Wohnung sucht, muss seit Monaten immer mehr bezahlen. Bereits im Verlauf des Jahres 2025 zogen die Angebotsmieten vielerorts an. Dieser Trend setzte sich auch in den ersten Monaten des Jahres 2026 fort. Je nach Region liegen die Mieten heute rund zwei bis vier Prozent über dem Vorjahresniveau. Bei neu ausgeschriebenen Wohnungen fiel der Anstieg teilweise sogar deutlich höher aus.
Der wichtigste Grund ist die anhaltende Wohnungsknappheit. Vor allem in den Städten und Agglomerationen werden deutlich mehr Wohnungen gesucht als gebaut. Gleichzeitig konnten Vermieter nach den Erhöhungen des Referenzzinssatzes in den vergangenen Jahren vielerorts höhere Mieten verlangen. Hinzu kommen gestiegene Kosten für Unterhalt, Renovationen und Hypotheken.
Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) spricht weiterhin von einem angespannten Wohnungsmarkt. Auch der von Comparis gemeinsam mit der ETH Zürich berechnete Womo-Preisindex zeigt, dass die Kosten für Wohnen und Mobilität im Mai 2026 bereits 1,7 Prozent über dem Vorjahreswert lagen und damit deutlich stärker stiegen als die allgemeine Inflation.
Kaum ein Kostenpunkt belastet Schweizer Haushalte so stark wie die Krankenkassenprämien. Ende September 2025 gab das Bundesamt für Gesundheit die Krankenkassenprämien für das Jahr 2026 bekannt. Für viele Versicherte bedeutete das erneut höhere Kosten. Seit dem 1. Januar 2026 bezahlen die Versicherten im Durchschnitt 4,4 Prozent mehr Prämien als im Vorjahr.
Die Entwicklung hat mehrere Ursachen. Die Bevölkerung wird älter und benötigt mehr medizinische Leistungen. Gleichzeitig kommen immer mehr neue Medikamente und Behandlungsmethoden zum Einsatz, die häufig deutlich teurer sind als frühere Therapien. Auch ambulante Behandlungen nehmen seit Jahren zu.
Nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit steigen die Gesundheitskosten seit Jahren schneller als die allgemeine Inflation. Die höheren Ausgaben schlagen sich deshalb regelmässig in den Krankenkassenprämien nieder. Ein Vergleich der Krankenkassen und Versicherungsmodelle kann zwar helfen, Prämien zu sparen, an den steigenden Gesundheitskosten insgesamt ändert dies jedoch nichts.
Beim Einkauf im Migros und Co. fiel die Teuerung im vergangenen Jahr zwar geringer aus als in vielen Nachbarländern. Bereits Ende 2025 machten sich aber steigende Rohstoffpreise bemerkbar. Anfang 2026 erreichten die höheren Einkaufspreise zunehmend auch die Schweizer Detailhändler. Das zeigt auch die Auswertung vom Bundesamt für Statistik (BFS).
Vor allem Kaffee wurde teurer. Grund dafür waren schlechte Ernten in Brasilien und Vietnam. Gleichzeitig erreichte der Kakaopreis Anfang 2026 historische Höchststände, nachdem Ernten in Ghana und der Elfenbeinküste durch Wetterextreme und Pflanzenkrankheiten ausgefallen waren. Die höheren Rohstoffpreise verteuerten unter anderem Schokolade und andere Kakao-Produkte.
Auch Obst und Gemüse wurden im Verlauf des Frühjahrs 2026 teilweise teurer. Das Bundesamt für Statistik meldete im Juni 2026 steigende Preise für Frucht- und Stängelgemüse.
Wer regelmässig Auto fährt, bekam die geopolitischen Spannungen im vergangenen Jahr direkt zu spüren. Besonders deutlich war die Entwicklung bei den Treibstoffen. Nachdem Israel und Iran ihre militärischen Angriffe im Juni 2026 ausgeweitet hatten, stieg der Ölpreis innerhalb weniger Tage stark an. Händler befürchteten, dass wichtige Transportwege im Nahen Osten beeinträchtigt werden könnten.
Die Folgen waren kurze Zeit später auch an den Schweizer Tankstellen sichtbar. Laut Comparis verteuerten sich Benzin und Diesel im Jahresvergleich zeitweise um 12,7 Prozent. Noch stärker stieg der Preis für Heizöl mit 37,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Nachdem sich die Lage an den Ölmärkten wieder beruhigte, gingen die Treibstoffpreise teilweise zurück. Trotzdem gehörten sie im Frühsommer zu den grössten Preistreibern für Schweizer Haushalte.
Nach den Jahren mit Reiseeinschränkungen bleibt die Lust auf Ferien ungebrochen. Die hohe Nachfrage hat allerdings ihren Preis. Pauschalreisen und Flugtickets verteuerten sich im vergangenen Jahr je nach Destination um rund zwei bis sechs Prozent.
Mehrere Faktoren kommen zusammen. Airlines kämpfen mit höheren Betriebskosten und zeitweise teurerem Kerosin. Hotels müssen mehr für Personal, Energie und Lebensmittel bezahlen. Gleichzeitig bleiben viele beliebte Ferienorte stark nachgefragt.
Vor allem Reisen während der Schulferien oder in klassische Sommerdestinationen am Mittelmeer sind teurer geworden. Wer flexibel reist oder früh bucht, kann dagegen häufig noch sparen.
Laut Comparis gehören Reisen inzwischen zu den Freizeitbereichen mit den stärksten Preissteigerungen.
Nicht nur die Anreise, sondern auch die Übernachtung kostet mehr. Die Preise für Hotels stiegen im vergangenen Jahr durchschnittlich um zwei bis fünf Prozent.
Die Schweizer Hotellerie profitiert zwar von einer hohen Auslastung, gleichzeitig steigen aber auch ihre Ausgaben. Höhere Löhne, gestiegene Energiekosten und teurere Lebensmittel verteuern den Hotelbetrieb. Viele Betriebe geben diese Mehrkosten zumindest teilweise an ihre Gäste weiter.
Die Preisentwicklung zeigt sich auch im Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamts für Statistik. Besonders in beliebten Ferienregionen und Städten müssen Reisende heute häufiger tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr.
Wer ein Haus baut oder eine Wohnung renoviert, muss weiterhin mit höheren Kosten rechnen. Handwerkerleistungen verteuerten sich im vergangenen Jahr um rund zwei bis vier Prozent.
Zwar haben sich die Preise für einige Baumaterialien nach den starken Anstiegen der vergangenen Jahre etwas stabilisiert. Trotzdem bleiben viele Arbeiten teuer. Gründe dafür sind vor allem höhere Löhne im Baugewerbe sowie gestiegene Kosten für technische Installationen und verschiedene Baustoffe.
Nach Einschätzung des Bundesamts für Wohnungswesen bleibt die Nachfrage nach Bau- und Renovationsarbeiten hoch. Das Bundesamt für Statistik zeigt im Baupreisindex ebenfalls, dass sich das Preisniveau auf einem vergleichsweise hohen Stand eingependelt hat.
Für Hausbesitzer bedeutet das: Wer grössere Umbauten plant, sollte Offerten sorgfältig vergleichen und genügend finanzielle Reserven einplanen.
Benzinpreis steigt wegen Iran-Konflikt: «Ich hoffe, es kommt nicht noch schlimmer»
Der Krieg im Nahen Osten wirkt sich auch auf die Schweizer Wirtschaft aus. Steigende Ölpreise verteuern Diesel und Benzin – was sich direkt bei den Konsumentinnen und Konsumenten spürbar macht.
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